Integrative Lerntherapie

Was sind Teilleistungs­störungen?

Etwa acht Prozent der Menschen weltweit müssen Lesen, Schreiben und z.T. auch Rechnen auf anderen Wegen als den weithin bekannten lernen. Dies stellt viele Kinder und ihre Eltern vor eine große Herausforderung, die nicht selten zu einer Belastung für die ganze Familie führt. Ein Kind, das laut ICD-10* unter sogenannten Teilleistungsstörungen leidet, kämpft gegen eine deutliche Beeinträchtigung der Rechen-, Lese- und Rechtschreibfähigkeiten. Bei durchschnittlicher bis überdurchschnittlicher Intelligenz führt dies oft dazu, dass es seine eigentlichen kognitiven Fähigkeiten im schulischen Umfeld nicht angemessen zeigen kann.

Das Selbstwertgefühl des Kindes wird so auf eine harte Probe gestellt: Warum erreichen Freunde oder Geschwister das scheinbar so einfache Ziel, Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen, so leicht? Warum fällt gerade dieses Lernen so schwer, obwohl andere Fähigkeiten ebenso schnell erlernt wurden wie von anderen gleichaltrigen Kindern? Eltern betroffener Kinder sind oft verunsichert und ratlos. Die Kinder selbst geraten nicht selten in eine Spirale aus Frustration, Unlust und Verweigerung. Der schulische Erfolg scheint gefährdet.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen, die trotz ihrer Lese-Rechtschreib-Schwäche besondere Leistungen erzielten und erzielen. Gerne genannt werden Albert Einstein und Agatha Christie oder Leonardo da Vinci. Aber auch Zeitgenossen wie Warren Buffet oder Bill Gates mussten sich mit den Erschwernissen, die eine Teilleistungsstörung mit sich bringt, auseinandersetzen**.

*Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme.
**Eine ausführliche und sehr eindrückliche Sammlung berühmter Legastheniker und Dyskalkulenten findet sich auf www.lrs.koeln

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Wie kann integrative Lerntherapie helfen?

Jedes Kind lernt anders und greift dabei auf unterschiedliche Lernvoraussetzungen zurück. Mir ist es besonders wichtig, die Stärken, Fähigkeiten und Interessen eines jeden Kindes zu berücksichtigen, um es bestmöglich unterstützen zu können.

Am Anfang der Lerntherapie steht daher eine umfassende Diagnostik, die verschiedene Bereiche der Lernentwicklung wie sensorische Integration, phonologische Bewusstheit, Sprache, Lesen, Schriftsprache und ggf. Rechnen ganzheitlich betrachtet. Für die 

Diagnostik verwende ich eine Mischung aus standardisierten Verfahren und einer Förderdiagnostik, die auf die Ressourcen des Kindes abzielt. Ich lege meinen Fokus darauf, die individuellen Stärken eines Kindes herauszuarbeiten und seine Fähigkeiten genau einzuschätzen, um dort mit der Förderung ansetzen zu können. Dabei kombiniere ich wissenschaftlich fundierte Ansätze im Bereich Teilleistungsstörungen mit neuen und bewährten Arbeitsformen (wie z.B. Montessori-Materialien) zu einer integrativen Lerntherapie. Passgenau werden in den ersten Stunden die Methoden erarbeitet, die sich für das einzelne Kind am besten eignen, um mit Freude Fortschritt beim Lesen, Schreiben und Rechnen zu erzielen.

teilleistungsstörungen
lese-und-rechtschreibschwaeche

Lese-Rechtschreib­schwäche ​

 Als Sprachenfan ist es mir besonders wichtig, dem Kind zu zeigen, dass Schriftsprache nicht nur für das schulische Umfeld von Bedeutung ist. Wozu brauche ich Schriftsprache im Alltag, was kann ich mit ihr anfangen, was mit ihr erreichen und gestalten? Meine Förderung orientiert sich daher an der Lebenswirklichkeit des Kindes und bezieht seine persönlichen Interessen mit ein. Spielerisch integriere ich die lerntherapeutischen Inhalte in kreative Aufgaben, deren Bewältigung dem Kind zeigen, welch großer Gestaltungsraum ihm offensteht.

Bei mehrsprachigen Kindern versuche ich stets, mich in die Muttersprache des Kindes einzufühlen. Welche Laute sind grundsätzlich verschieden? Wie differenziert ist die phonologische Bewusstheit für die deutsche Sprache bereits? Wie unterscheidet sich der Satzbau von der deutschen Sprache? Wo gibt es Analogien, an die beim Schriftsprachaufbau angeknüpft werden kann? Auch die Förderung des Wortschatzes im Hinblick auf Alltags-, aber auch Schul- und später Fachsprache, spielt in meiner Arbeit mit mehrsprachigen Kindern eine große Rolle.

Dyskalkulie

Mathematik ist die erste Fremdsprache, die ein Kind in der Schule lernt. Ich lege daher besonderen Wert darauf – und dies nicht nur bei mehrsprachigen Kindern –, dass das Rechnen sprachlich klar und einfach nachvollzogen werden kann. Auch beim Rechnen ist es mir wichtig, die Anbindung an die Lebenswelt der Kinder zu erreichen. Handlungsorientiert erarbeite ich die verschiedenen Grundlagen der Mathematik und orientiere mich dabei konsequent an den bereits vorhandenen Fähigkeiten des Kindes.

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Elternberatung

Durch einen regelmäßigen Austausch mit den Eltern und auf Wunsch auch mit den Lehrkräften des Kindes können passende Förderstrategien entwickelt werden, die im familiären und schulischen Alltag umsetzbar sind. Mein Ziel ist es dabei, beim Kind die Kreativität und Freude am Lernen wieder zu entfachen, indem Erfolge sichtbar gemacht und gewürdigt werden. So kann sich ein Selbstwertgefühl etablieren, was sich wiederum positiv auf das gesamte Lernverhalten auswirkt. Die Spirale aus Frustration, Angst und Unlust kann auf diese Weise unterbrochen und in das Gegenteil verwandelt werden.

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Leseförderung mit Nelson

Tiergestützte Lerntherapie erfreut sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. Viele Kinder mögen Hunde. Hunde bewerten nicht, sie geben keine Noten, sie nehmen einen so an, wie man ist. Dies ist eine Eigenschaft, die gerade Kinder, die negative Erfahrungen mit dem Lesen gemacht haben, sehr zu schätzen wissen. Durch die Anwesenheit eines Hundes wird Druck minimiert, eine entspannte Situation geschaffen und damit den Kindern der Spaß am Lesen und Lernen (wieder)gegeben. Auf Wunsch und nach Absprache lasse ich mich bei der therapeutischen Arbeit – vor allem bei der Leseförderung – gerne von meinem Hund Nelson unterstützen. Denn niemand kann so gut zuhören, wie Nelson…

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Konkreter Ablauf einer
integrativen Lerntherapie

1.

Kontaktaufnahme per Email oder Telefon

2.

Erstgespräch mit Eltern und Kind in der Praxis

3.

Vier Termine mit dem Kind für eine ausführliche Förderdiagnostik 

4.

Auswertung der Förderdiagnostik und Gespräch über die möglichen Förderziele sowie Festlegung eines Förderplans mit Eltern und Kind

5.

Ggf. Beginn der integrativen Lerntherapie mit Schwerpunkt LRS- oder Dyskalkulie-Förderung

6.

In regelmäßigen Abständen Elterngespräche zur Überprüfung der Förderziele

7.

Nach dem Erreichen der Förderziele Abschlussgespräch mit Ausblick

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